Du hast einen Sensor und ein Gateway bestellt, beide leuchten, aber in der Netzwerkkonsole kommt nichts an. Oder du stehst vor einem Datenblatt, auf dem gleich mehrere Regionen stehen, und fragst dich, welche Variante du überhaupt brauchst. Die kurze Antwort: Die LoRaWAN Frequenz in Deutschland ist das europäische Band von 863–870 MHz, im LoRaWAN-Sprachgebrauch EU868 genannt. Die eigentlichen Funkkanäle liegen dabei zwischen 867,1 und 868,5 MHz, dazu kommt ein eigener Kanal für Antworten an das Gerät.
Damit ist allerdings erst die halbe Frage beantwortet. In der Praxis scheitern Projekte selten an der Zahl selbst, sondern daran, dass Endgerät, Gateway, Antenne und Netzwerkeinstellung nicht denselben Frequenzplan sprechen, oder daran, dass ein Gerät die erlaubte Sendezeit überzieht. Wer die Regeln hinter EU868 einmal verstanden hat, kauft die richtige Hardware, liest Datenblätter schneller und findet Fehler gezielter.

Was bedeutet LoRaWAN EU868?
EU868 ist die Kurzform für den Frequenzplan EU863-870, den die LoRa Alliance in ihren „Regional Parameters“ beschreibt. Diese Spezifikation legt für jede Weltregion fest, welche Kanäle ein LoRaWAN Gerät nutzen darf, mit welchen Datenraten es senden kann, wie lange es senden darf und auf welcher Frequenz es auf Antworten wartet. EU868 bedeutet also nicht, dass alles auf genau 868,0 MHz gefunkt wird. Die Zahl ist nur der Name eines Regelwerks für den Bereich 863–870 MHz.
Wichtig ist der Unterschied zwischen drei Ebenen, die im Alltag gern durcheinandergeraten. Die erste ist die Hardware: Ein Funkmodul, ein Gateway oder eine Antenne ist für einen bestimmten Frequenzbereich gebaut, mit passenden Filtern und Anpassungsnetzwerken. Die zweite ist der regionale Parametersatz, also das, was die Firmware des Geräts in dieser Region tut. Die dritte ist der konkrete Frequenzplan deines Netzwerkservers, der für dein Netz festlegt, welche Kanäle und Einstellungen gelten.
Ein gutes Beispiel für den letzten Punkt ist das Empfangsfenster RX2. Nach jedem Uplink öffnet ein LoRaWAN Endgerät zwei kurze Empfangsfenster. RX2 liegt in EU868 immer auf 869,525 MHz, die Datenrate unterscheidet sich aber: Die Spezifikation sieht dort SF12 vor, The Things Network verwendet in Europa abweichend SF9. Deshalb bietet The Things Stack mehrere Pläne für Europa an, die alle „863–870 MHz“ heißen und sich nur in solchen Details unterscheiden. Wähle immer den Plan, den dein Netzbetreiber vorgibt, statt nach dem Namen zu raten.
LoRaWAN Kanäle: Welche Frequenzen nutzt EU868 genau?
Die Regional Parameters schreiben für EU868 drei Pflichtkanäle vor, die jedes Gerät beherrschen muss: 868,1, 868,3 und 868,5 MHz. Über diese drei Kanäle läuft auch der Beitritt ins Netz (Join). Netzbetreiber dürfen weitere Kanäle hinzufügen und sie dem Gerät nach dem Join mitteilen. The Things Network nutzt in Europa insgesamt acht LoRa-Kanäle mit 125 kHz Bandbreite und einige Sonderkanäle. Die folgende Tabelle zeigt, wie dieser verbreitete Plan aufgebaut ist.
| Frequenz | Verwendung | Hinweis |
|---|---|---|
| 868,1 / 868,3 / 868,5 MHz | Uplink und RX1, LoRa SF7–SF12, 125 kHz | Pflichtkanäle, auch für den Join |
| 867,1 / 867,3 / 867,5 / 867,7 / 867,9 MHz | Uplink und RX1, LoRa SF7–SF12, 125 kHz | Zusatzkanäle, vom Netz vorgegeben |
| 868,3 MHz | LoRa SF7 mit 250 kHz | schnellere Datenrate auf einem Kanal |
| 868,8 MHz | FSK | selten genutzt |
| 869,525 MHz | RX2-Downlink | bei The Things Network mit SF9 |
Aus der Tabelle lassen sich zwei praktische Dinge ablesen. Erstens deckt ein Gateway mit acht Kanälen, wie das RAK7268V2, genau diesen Plan ab: Es hört auf allen acht 125-kHz-Kanälen gleichzeitig zu. Zweitens fällt auf, dass die meisten Kanäle unter 868,6 MHz liegen, RX2 aber deutlich darüber. Das ist kein Zufall. Der Bereich um 869,525 MHz erlaubt mehr Sendezeit und eine höhere Sendeleistung, und genau das braucht ein Gateway, das Antworten an viele Geräte gleichzeitig verschicken muss. Was „mehr Sendezeit“ heißt, klärt der nächste Abschnitt.
LoRaWAN Duty Cycle: Wie lange darf ein Gerät senden?
Das 868-MHz-Band ist ein geteiltes Band. Damit sich die vielen Nutzer nicht gegenseitig blockieren, ist die Sendezeit begrenzt. Dieser Anteil heißt Duty Cycle und gilt pro Teilband, nicht pro Kanal. Die europäische Norm ETSI EN 300 220 teilt den Bereich in mehrere Teilbänder mit unterschiedlichen Grenzen auf.
| Teilband | Frequenzbereich | Duty Cycle |
|---|---|---|
| K | 863–865 MHz | 0,1 % |
| L | 865–868 MHz | 1 % |
| M | 868–868,6 MHz | 1 % |
| N | 868,7–869,2 MHz | 0,1 % |
| P | 869,4–869,65 MHz | 10 % |
| Q | 869,7–870 MHz | 1 % |
Für die üblichen Uplink-Kanäle zählt vor allem die 1-%-Grenze. Ein Prozent einer Stunde sind 36 Sekunden Sendezeit pro Teilband. Wie viele Nachrichten das sind, hängt von der Paketlänge und der Datenrate ab. Ein Paket mit zehn Byte Nutzdaten ist bei SF7 rund 62 Millisekunden in der Luft, bei SF12 fast 1,5 Sekunden. Bei SF7 reicht die Grenze rechnerisch für einige Hundert Nachrichten pro Stunde, bei SF12 nur für gut zwanzig. Wie die Datenrate zustande kommt, ist ein eigenes Thema, für die Planung genügt hier: Weit entfernte Geräte senden langsamer und verbrauchen deshalb mehr Sendezeit.
Neben der gesetzlichen Grenze gibt es oft eine Grenze des Netzbetreibers. Die Fair Use Policy des öffentlichen The-Things-Network-Sandkastens erlaubt 30 Sekunden Uplink-Sendezeit pro Gerät und Tag sowie zehn Downlinks pro Tag. Bei SF7 sind das knapp 500 kurze Nachrichten am Tag, bei SF12 nur etwa 20. Für einen Raumsensor, der alle zehn Minuten misst, ist das reichlich. Für ein Gerät, das alle paar Sekunden funkt, reicht es nicht, und das ist auch gewollt.
Der typische Fehler ist, Probleme mit mehr Funkverkehr zu lösen: bestätigte Uplinks für jede Messung, kurze Intervalle „zur Sicherheit“ oder endlose Join-Versuche. Jede Bestätigung kostet auch das Gateway Sendezeit, und die teilen sich alle Geräte in seiner Reichweite. Besser ist es, das Messintervall an der Frage auszurichten, wie aktuell ein Wert wirklich sein muss, und die Nutzdaten kompakt zu halten.

Ist 868 MHz anmeldefrei?
Ja. Der Bereich 863–870 MHz ist in Deutschland für Funkanwendungen mit geringer Reichweite freigegeben, das sogenannte SRD-Band (Short Range Devices). Die Bundesnetzagentur hat dafür eine Allgemeinzuteilung erlassen. Das bedeutet: Du brauchst weder eine Einzelgenehmigung noch eine Anmeldung, und es fallen keine Frequenzgebühren an. Das gilt für dein eigenes Gateway im Büro genauso wie für hundert Sensoren auf einem Firmengelände.
Anmeldefrei heißt aber nicht regelfrei. Die Allgemeinzuteilung gilt nur, solange du dich an ihre Bedingungen hältst: die Grenzen der Teilbänder, die Duty-Cycle-Werte aus der Tabelle oben und die maximale Sendeleistung. Auf den Uplink-Kanälen zwischen 868,0 und 868,6 MHz sind das 25 mW ERP, also etwa 14 dBm. Nur im Teilband um 869,525 MHz sind bis zu 500 mW zulässig. Außerdem setzt die Allgemeinzuteilung voraus, dass die Geräte konform in Verkehr gebracht wurden, also mit CE-Kennzeichnung und für diesen Frequenzbereich ausgelegt.
Ein zweiter Punkt wird oft übersehen: Das SRD-Band ist geteilt und nicht geschützt. Du hast keinen Anspruch auf störungsfreien Empfang. Wenn in der Nachbarschaft andere 868-MHz-Anwendungen funken, musst du damit leben, und umgekehrt. Genau deshalb sind Duty Cycle und begrenzte Leistung so wichtig, denn sie halten das Band für alle nutzbar.
LoRaWAN 868 oder 433 MHz: Welches Band ist richtig?
Auf vielen Bastelseiten taucht auch 433 MHz auf, und tatsächlich ist LoRa als Modulation dort möglich. Die LoRaWAN Regional Parameters beschreiben sogar einen Plan EU433 für den Bereich 433,05–434,79 MHz. Für ein LoRaWAN Projekt in Deutschland ist 868 MHz trotzdem fast immer die richtige Wahl, und das hat handfeste Gründe.
Der wichtigste ist das Ökosystem. Nahezu alle LoRaWAN Sensoren, Tracker und Gateways für Europa werden als EU868-Variante gebaut. The Things Network führt für EU433 bis heute keinen eigenen Frequenzplan, und öffentliche Netze in Deutschland arbeiten auf 868 MHz. Ein 433-MHz-Gerät kann also nur in einem eigenen Netz mit eigenem Gateway funktionieren, und schon die Auswahl an passenden Endgeräten ist sehr klein.
Dazu kommt die Belegung. Das 433-MHz-Band ist stark genutzt: Garagentoröffner, Funk-Wetterstationen, Funksteckdosen und Autoschlüssel teilen sich denselben Bereich, bei einer zulässigen Sendeleistung von nur 10 mW. Der theoretische Vorteil der niedrigeren Frequenz, die etwas bessere Ausbreitung durch Wände, wird dadurch schnell aufgefressen. Und die Antennen werden größer: Ein Viertelwellenstrahler ist bei 433 MHz rund 17 cm lang, bei 868 MHz nur etwa 8,6 cm. Für Bastelprojekte ohne LoRaWAN kann 433 MHz seinen Platz haben, für ein dauerhaftes LoRaWAN Netz in Deutschland ist EU868 der Standard.
LoRaWAN 868 vs. 915 MHz: Funktioniert US-Hardware in Europa?
Kurz gesagt: Nein, und du darfst sie hier auch nicht betreiben. Die Variante US915 nutzt den Bereich 902–928 MHz. In Europa ist dieser Bereich nicht für LoRaWAN freigegeben, der untere Teil bis 915 MHz gehört zum Uplink des GSM-900-Mobilfunks. Ein US915-Gerät in Deutschland zu betreiben, ist daher nicht von der Allgemeinzuteilung gedeckt und kann fremde Funkdienste stören.
Auch technisch passt nichts zusammen. US915 arbeitet mit 64 Uplink-Kanälen zu 125 kHz plus acht Kanälen zu 500 kHz, kennt keinen Duty Cycle, sondern eine Verweildauer-Grenze pro Kanal, und erlaubt deutlich höhere Sendeleistungen. Ein europäisches Gateway hört auf diesen Frequenzen schlicht nicht zu, und ein US-Gerät findet kein EU868-Netz. Hinzu kommt, dass Filter und Antenne eines 915-MHz-Geräts auf diesen Bereich abgestimmt sind und bei 868 MHz schlechter arbeiten.
Die Falle lauert vor allem bei Importware und Auktionen. Viele Produktfamilien gibt es in mehreren Regionsvarianten, die äußerlich identisch aussehen. Achte deshalb auf das Kürzel in der genauen Artikelbezeichnung, etwa „EU868“ oder ein „-868“ im Modellnamen, und nicht nur auf den Familiennamen. Steht dort 915, 923 oder AU915, ist das Gerät für Deutschland ungeeignet.
Kann man die LoRaWAN Frequenz eines Geräts ändern?
Manchmal, aber meist nur innerhalb des Bandes, für das die Hardware gebaut ist. Viele aktuelle LoRa-Funkchips decken auf Siliziumebene einen sehr breiten Frequenzbereich ab. Was ein Gerät tatsächlich kann, bestimmen jedoch Filter, Anpassungsnetzwerk und Antenne auf der Platine, und die sind für ein bestimmtes Band ausgelegt. Eine Firmware-Einstellung kann diese Bauteile nicht umbauen.
Beim Gateway RAK7268V2 sieht man das gut. Die Funktechnik steckt dort in einer Mini-PCIe-Konzentratorkarte mit SX1302-Chip, und der Hersteller bietet das Gateway in Varianten für EU868, US915, AU915, AS923, EU433 und weitere Regionen an. Die Regionsvariante ergibt sich aus der verbauten Karte. In der Oberfläche WisGateOS 2 kannst du den Frequenzplan und die Ländereinstellung konfigurieren, aber nur passend zu dieser Karte. Das Datenblatt nennt bis zu 27 dBm Sendeleistung, in Europa sind auf den meisten EU868-Kanälen aber nur 14 dBm erlaubt, deshalb gehört die richtige Regions- und Ländereinstellung zur Inbetriebnahme. Für den LoRa-Anschluss verwendet das RAK7268V2 eine RP-SMA-Buchse.
Bei Endgeräten gilt dasselbe Prinzip. Manche Module lassen sich per Befehl auf eine andere Region umstellen, wenn ihre Hardware dafür ausgelegt ist. Bei fertigen Sensoren ist die Region meist ab Werk fest. Prüfe vor einer Umstellung immer die Herstellerdokumentation für deine genaue Hardwareversion. Und wenn ein laufender Aufbau umgestellt wird, ändere Gerät und Netzwerkprofil gemeinsam und notiere die alte Konfiguration, sonst passen beide Seiten plötzlich nicht mehr zusammen.
LoRaWAN Frequenz in Österreich und der Schweiz: Gilt dort auch EU868?
Ja. Österreich und die Schweiz nutzen wie Deutschland das Band 863–870 MHz mit dem Frequenzplan EU868, die Frequenzlisten von The Things Network führen beide Länder entsprechend. Hintergrund ist, dass die Nutzung des SRD-Bandes europaweit über die CEPT-Empfehlung ERC/REC 70-03 und die Norm ETSI EN 300 220 abgestimmt ist. Die Schweiz ist zwar nicht in der EU, aber Mitglied der CEPT und setzt diese Regeln über das Bundesamt für Kommunikation BAKOM um.
Für dich heißt das: Ein EU868-Gateway und EU868-Sensoren aus Deutschland kannst du in Wien oder Zürich mit denselben Kanälen, demselben Duty Cycle und denselben Leistungsgrenzen betreiben. Bei Projekten über mehrere Länder lohnt sich dennoch eine Liste mit Einsatzort, Netzbetreiber und Frequenzplan pro Standort, denn die Netzbetreiber können eigene Kanäle oder Regeln festlegen. Großbritannien regelt das Band seit dem Brexit eigenständig über die Behörde Ofcom, nutzt aber ebenfalls EU868. Spätestens in Übersee, etwa in den USA oder Australien, gelten dagegen ganz andere Frequenzpläne, und du brauchst andere Hardware.
LoRaWAN Hardware kaufen: Worauf solltest du bei der Frequenz achten?
Für ein Projekt in Deutschland, Österreich oder der Schweiz brauchst du durchgehend EU868-Hardware: Endgeräte, Gateway und Antenne müssen für 863–870 MHz ausgelegt sein. Achte in der Artikelbezeichnung auf das Regionskürzel und nicht nur auf den Familiennamen, denn viele Modelle gibt es äußerlich identisch für US915, AU915 oder AS923. Bei Gateways lohnt der Blick auf die Kanalzahl: Acht Kanäle decken den verbreiteten EU868-Plan vollständig ab. Prüfe außerdem den Antennenanschluss, SMA und RP-SMA sehen ähnlich aus, passen aber nicht zusammen. Plane die Sendeintervalle so, dass deine Geräte den Duty Cycle und gegebenenfalls die Fair Use Policy deines Netzes einhalten, und wähle in der Netzwerkkonsole genau den Frequenzplan, den dein Betreiber vorgibt. Mit dieser Liste ist die LoRaWAN Frequenz kein Ratespiel mehr, sondern ein Punkt, den du vor der Bestellung abhaken kannst. Wenn du passende EU868-Geräte suchst, findest du unsere Modelle in der Kategorie LoRaWAN.
FAQ zu LoRaWAN Frequenzen
Welche LoRaWAN Frequenz nutzt The Things Network?
In Deutschland und dem übrigen Europa nutzt The Things Network den Plan EU863-870. Die acht Uplink-Kanäle liegen zwischen 867,1 und 868,5 MHz, der RX2-Downlink auf 869,525 MHz mit SF9. In der Konsole wählst du dafür den Plan „Europe 863-870 MHz (SF9 for RX2 – recommended)“.
Braucht EU868 eine spezielle LoRaWAN Antenne?
Ja, die Antenne sollte für den Bereich um 868 MHz abgestimmt sein. Eine 915-MHz- oder 433-MHz-Antenne funktioniert zwar oft irgendwie, kostet aber Reichweite. Achte zusätzlich auf den Anschluss, beim RAK7268V2 ist das RP-SMA. Wie stark Platzierung und Kabel die Reichweite beeinflussen, behandelt unser Ratgeber zu LoRaWAN Antennen ausführlich.
Darf ich LoRaWAN Frequenzen ohne Lizenz nutzen?
Ja. Das 868-MHz-SRD-Band ist in Deutschland über eine Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur freigegeben, du brauchst weder Lizenz noch Anmeldung. Voraussetzung ist, dass du konforme Geräte verwendest und Duty Cycle sowie Sendeleistung einhältst. Einen Schutz vor Störungen durch andere Nutzer gibt es dafür nicht.