Ein Anhänger steht übers Wochenende auf dem Betriebshof, ein Baucontainer zieht alle paar Wochen auf eine andere Baustelle, eine Gitterbox mit teurem Werkzeug soll nicht unbemerkt verschwinden. Für solche Fälle suchen viele nach einem GPS-Tracker ohne SIM-Karte, weil eine Mobilfunkkarte pro Gerät laufende Kosten, Vertragsverwaltung und oft einen Akku bedeutet, der regelmäßig geladen werden muss. Die kurze Antwort: Ja, mit LoRaWAN geht das. Der Tracker bestimmt seine Position per Satellit und funkt sie ohne SIM-Karte an ein LoRaWAN-Gateway, das die Daten über das Internet an deine Anwendung weiterreicht.
Die Einschränkung gehört direkt dazu: Ohne Netzabdeckung kommt keine Position bei dir an. Entweder steht ein eigenes Gateway in Reichweite, oder du nutzt ein öffentliches LoRaWAN-Netz wie The Things Network. Wo beides fehlt, sammelt der Tracker bestenfalls Positionen und liefert sie nach, sobald er wieder Empfang hat. Ob LoRaWAN für dein Objekt die richtige Wahl ist oder ein 4G-Tracker besser passt, hängt deshalb fast vollständig davon ab, wo sich das Objekt bewegt.

Was ist ein LoRaWAN-GPS-Tracker?
Ein LoRaWAN-GPS-Tracker verbindet zwei getrennte Aufgaben in einem Gehäuse. Ein Satellitenempfänger ermittelt die Position, ein LoRa-Funkmodul überträgt sie. LoRaWAN ist ein Funkprotokoll für kleine Datenpakete über große Entfernungen bei sehr geringem Energieverbrauch. In Europa nutzt es das lizenzfreie 868-MHz-Band, eine SIM-Karte oder ein Mobilfunkvertrag ist dafür nicht nötig. Ein Paket enthält nur wenige Bytes: Koordinaten, Batteriestand, vielleicht einen Alarm. Gateways in Reichweite empfangen diese Pakete und leiten sie über ihre Internetverbindung an einen Netzwerkserver weiter, der sie wiederum an deine Karte oder Plattform übergibt.
Der Milesight AT101 zeigt gut, was in so einem Gerät steckt. Er nutzt GPS, GLONASS, Galileo und BeiDou gleichzeitig und erreicht laut Hersteller bei freier Sicht zum Himmel eine Genauigkeit von etwa 5 Metern. Zusätzlich scannt er WLAN-Zugangspunkte in der Umgebung und meldet deren Kennungen und Signalstärken. Das hilft dort, wo Satelliten schlecht zu empfangen sind, etwa in Hallen. Wichtig: Der AT101 verbindet sich dabei nicht mit einem WLAN, er liest die Netze nur aus. Damit aus dieser Liste eine Position wird, braucht deine Anwendung einen Dienst, der Zugangspunkte in Koordinaten übersetzt.
Das Gehäuse ist nach IP67 geschützt, misst 110 × 70 × 30 mm und wiegt mit Batterien 202 g. Befestigen lässt es sich mit Schrauben, Klebepad oder Kabelbinder. Ein typischer Denkfehler beim Kauf: Ein LoRaWAN-GPS-Tracker ist kein Live-Tracker wie eine Smartphone-App. Er meldet seine Position in Abständen von Minuten bis Stunden und ist genau dafür gebaut.
GPS-Tracker ohne SIM und Abo: Was kostet LoRaWAN-Ortung?
Der größte Unterschied zum Mobilfunk liegt bei den laufenden Kosten. Bei LoRaWAN zahlst du das Gerät einmal, eine SIM-Karte mit monatlichem Datentarif pro Tracker entfällt. Was übrig bleibt, hängt davon ab, wessen Netz du nutzt.
The Things Network ist ein von der Community betriebenes Netz, dessen Grundversion kostenlos ist. Dafür gilt eine Fair-Use-Regel: pro Gerät höchstens 30 Sekunden Sendezeit pro Tag für Uplinks und maximal zehn Downlinks täglich. Eine Verfügbarkeitsgarantie gibt es nicht, denn viele Gateways stehen bei Privatleuten, Vereinen oder Firmen, die sie freiwillig betreiben. Daneben bieten manche Stadtwerke und kommerzielle Betreiber ein öffentliches LoRaWAN-Netz mit Gebühren pro Gerät an. Das ist dann wieder eine Art Abo, meist aber deutlich kleiner als ein Mobilfunktarif.
Mit einem eigenen Gateway verschiebst du die Kosten von den Trackern zur Infrastruktur: eine einmalige Anschaffung im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich, Strom und eine Internetverbindung per LAN, WLAN oder Mobilfunkrouter. Im letzten Fall steckt zwar doch eine SIM-Karte im System, aber eine einzige für beliebig viele Tracker statt einer pro Gerät. Dazu kommen Batterien: Der AT101 arbeitet mit vier austauschbaren Lithium-Thionylchlorid-Zellen vom Typ ER14505 mit je 2.700 mAh. Und du brauchst eine Anwendung, die Positionen auf einer Karte zeigt. Der Netzwerkserver liefert nur Rohdaten, die du per Webhook oder MQTT in ein Dashboard bringst.
Wer allgemein nach einem GPS-Tracker ohne Abo sucht, stößt auch auf andere Konzepte. Bei LoRaWAN stimmt das „ohne Abo“ nur, solange du The Things Network oder deine eigene Infrastruktur nutzt.
LoRaWAN-GPS-Tracker oder 4G-Tracker: Welcher passt?
Als Gegenstück zum AT101 eignet sich der Teltonika TAT240. Er funkt per LTE Cat 1 mit Rückfall auf GSM und braucht deshalb eine SIM-Karte mit Datentarif. Dafür funktioniert er überall, wo Mobilfunk verfügbar ist, mit passender Roaming-SIM auch über Landesgrenzen hinweg. Versorgt wird er von einer nicht wiederaufladbaren, austauschbaren Lithium-Thionylchlorid-Batterie mit 2.200 mAh. Das Gehäuse ist nach IP68 geschützt, ein Magnet hält es an Stahlflächen, und ein interner Speicher von 128 MB fasst laut Teltonika rund 220.000 Datensätze. Über Bluetooth LE kann er außerdem kompatible Sensoren einbinden.
Die folgende Tabelle stellt beide Geräte nach den Punkten gegenüber, die in der Praxis über die Wahl entscheiden:
| Merkmal | Milesight AT101 (LoRaWAN) | Teltonika TAT240 (4G) |
|---|---|---|
| Datenweg | LoRaWAN-Gateway, eigenes oder öffentliches Netz | Mobilfunknetz, LTE Cat 1 mit GSM-Rückfall |
| SIM-Karte | nicht nötig | nötig, mit Datentarif |
| Abdeckung | nur in Reichweite eines Gateways | überall mit Mobilfunkempfang |
| Batterie | 4 × ER14505, je 2.700 mAh, austauschbar | 2.200 mAh Li-SOCl₂, austauschbar |
| Zwischenspeicher | 1.000 Einträge | rund 220.000 Datensätze |
| Schutzart | IP67 | IP68 |
| Befestigung | Schrauben, Klebepad, Kabelbinder | Magnet |
Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel. Der LoRaWAN-Tracker spielt seine Stärken aus, wenn sich viele Objekte in einem bekannten Gebiet bewegen: Betriebshof, Firmengelände, Baustelle mit eigenem Gateway oder eine Stadt mit guter öffentlicher Abdeckung. Der 4G-Tracker passt, wenn Objekte über weite Strecken oder Ländergrenzen unterwegs sind und du sie dort zuverlässig erreichen willst. Der häufigste Fehler ist, nur den Gerätepreis zu vergleichen. Ein günstiger Tracker, der am wichtigsten Abstellort kein Netz hat, ist für diesen Einsatz wertlos.
Wie weit reicht ein LoRaWAN-Tracker?
Milesight gibt für den AT101 bis zu 2 km in der Stadt und bis zu 15 km auf dem Land an. Solche Werte gelten für gute Bedingungen mit möglichst freier Sicht zwischen Tracker und Gateway. Die tatsächliche LoRaWAN-Tracker Reichweite hängt von einigen Faktoren ab, die du selbst beeinflussen kannst.
Am meisten bringt die Höhe der Gateway-Antenne. Ein Gateway auf dem Dach oder an einem Mast deckt ein Vielfaches der Fläche ab, die ein Gerät hinter einem Bürofenster erreicht. Auf der anderen Seite sitzt der Tracker oft ungünstig: knapp über dem Boden, an einer Anhängerdeichsel, zwischen Paletten. Seine Antenne ist klein und im Gehäuse verbaut. Besonders kritisch ist Metall. In einem geschlossenen Stahlcontainer kommt kaum noch ein Signal heraus, deshalb gehört der Tracker an eine Außenwand oder in einen Bereich, der nicht vollständig von Metall umschlossen ist.
Dazu kommt der Spreizfaktor. Je höher er ist, desto größer wird die Reichweite, desto länger dauert aber auch jede Übertragung und desto mehr Energie kostet sie. Netzwerke passen den Spreizfaktor oft automatisch an die Verbindungsqualität an. Realistisch planst du in bebautem Gebiet mit einigen hundert Metern bis wenigen Kilometern. Verlässlich wird es erst mit einem Test: Bring den Tracker in seiner endgültigen Einbaulage an die kritischen Stellen und prüfe im Netzwerkserver, ob Pakete ankommen und wie Signalstärke und Signal-Rausch-Abstand aussehen.

Brauchst du ein eigenes Gateway für einen LoRaWAN-Tracker?
Nicht unbedingt. Bevor du eines kaufst, lohnt der Blick auf die vorhandene Abdeckung. The Things Network zeigt registrierte Gateways auf einer Karte, und das Community-Projekt TTN Mapper sammelt Messfahrten, die zeigen, wo Pakete tatsächlich empfangen wurden. Manche Städte haben zusätzlich ein öffentliches LoRaWAN-Netz der Stadtwerke. Liegt dein Betriebshof mitten in einem gut abgedeckten Gebiet, kann ein Tracker ohne eigene Hardware funktionieren.
Verlassen solltest du dich darauf nur eingeschränkt. Community-Gateways können jederzeit verschwinden, wenn ihr Betreiber umzieht oder den Stecker zieht. Ein eigenes Gateway lohnt sich deshalb, sobald die Objekte überwiegend auf deinem eigenen Gelände stehen, wenn Zuverlässigkeit wichtig ist oder wenn du mehrere Tracker und Sensoren betreibst. Ein einzelnes Gateway kann sehr viele Geräte bedienen, die Investition verteilt sich also schnell. Du kannst es in The Things Network einbinden und damit gleichzeitig die öffentliche Abdeckung in deiner Umgebung verbessern, oder einen eigenen Netzwerkserver betreiben.
Beim Aufbau entscheidet der Standort. Ein typischer Fehler ist ein Innen-Gateway im Büro hinter beschichteten Fenstern, während die Anhänger hinter der Halle stehen. Besser ist ein Außengerät oder zumindest eine Außenantenne an einer hohen Position mit Sicht auf die Abstellflächen. Das Gateway selbst braucht Strom und eine Internetverbindung.
Wie lange hält die Batterie eines LoRaWAN-Trackers?
Für den AT101 nennt Milesight Laborwerte bei 25 °C, ausdrücklich als Richtwert: mehr als 15 Jahre bei zwei Positionsmeldungen pro Tag, mehr als 8 Jahre bei zehn Meldungen und mehr als 4 Jahre bei stündlichen Meldungen. Diese Zahlen zeigen vor allem eines: Die Meldehäufigkeit bestimmt die Laufzeit stärker als jede andere Einstellung.
Im Alltag frisst die Satellitenortung den größten Teil der Energie. Laut Hersteller braucht der AT101 für einen Kaltstart etwa 37 Sekunden, mit aktuellen Satellitendaten etwa eine Sekunde. Steht der Tracker unter einem Dach oder zwischen Containern, dauern Ortungsversuche länger oder schlagen fehl und wiederholen sich. Auch ein hoher Spreizfaktor wegen großer Entfernung zum Gateway verlängert jede Übertragung. Kälte senkt die nutzbare Kapazität der Zellen, der AT101 ist für den Betrieb von −30 bis +70 °C ausgelegt. Und ein Bewegungsmodus, der während jeder Fahrt alle paar Minuten sendet, verbraucht ein Vielfaches gegenüber zwei festen Meldungen am Tag.
Für den TAT240 nennt das Teltonika-Wiki keine pauschale Laufzeit, sie hängt komplett von der Konfiguration ab. Grundsätzlich kostet eine Mobilfunkverbindung pro Meldung deutlich mehr Energie als ein kurzes LoRa-Paket. Bei beiden Geräten gilt: Plane den Batteriewechsel mit Reserve und behalte den Batteriestand im Blick, den der Tracker mitschickt.
Wie oft sendet ein LoRaWAN-Tracker seine Position?
So oft, wie du ihn einstellst, innerhalb der Grenzen von Batterie und Netz. Der AT101 kennt drei Betriebsarten. Im periodischen Modus meldet er sich in einem festen Intervall zwischen einer Minute und 24 Stunden. Im zeitgesteuerten Modus sendet er zu bis zu fünf festen Uhrzeiten am Tag. Im Bewegungsmodus meldet er, wenn ein Objekt losfährt und wenn es stehen bleibt, und kann während der Fahrt zusätzlich in einem eigenen Intervall Positionen schicken.
Die Grenzen setzt das Funknetz. Im europäischen 868-MHz-Band darf ein Gerät je nach Teilband nur etwa ein Prozent der Zeit senden. In The Things Network kommt die Fair-Use-Regel mit 30 Sekunden Sendezeit pro Tag hinzu. Nah am Gateway mit niedrigem Spreizfaktor reicht das für Hunderte kleiner Pakete, am Rand der Abdeckung mit höchstem Spreizfaktor nur noch für etwa 20 bis 30. Eine Meldung pro Minute funktioniert deshalb nur bei guter Verbindung.
Wichtig für Fernbefehle: Der AT101 ist ein Gerät der Klasse A. Er kann Nachrichten vom Server nur kurz nach einer eigenen Übertragung empfangen. Eine geänderte Einstellung greift also frühestens mit der nächsten Meldung. Wenn du eine Position alle paar Sekunden brauchst, etwa für eine Live-Verfolgung von Fahrzeugen, ist LoRaWAN das falsche Werkzeug.
Funktioniert ein LoRaWAN-Tracker auch unterwegs?
Ja, solange er sich durch Abdeckung bewegt. Ein Anhänger auf dem Weg vom Betriebshof zur Baustelle meldet sich immer dann, wenn ein Gateway in Reichweite ist. In Städten mit dichter Community-Abdeckung klappt das oft in Abschnitten, auf Landstraßen und Autobahnen in ländlichen Regionen entstehen längere Lücken.
Für diese Lücken hat der AT101 einen Zwischenspeicher für bis zu 1.000 Einträge und kann Daten nachsenden, sobald das Netz wieder erreichbar ist. So bekommst du die Route im Nachhinein vollständig. Ein nachgelieferter Punkt ist aber keine Warnung zum richtigen Zeitpunkt: Wird ein Objekt außerhalb der Abdeckung entwendet, erfährst du es erst, wenn es wieder in Reichweite eines Gateways kommt. Auf dem eigenen Gelände hilft die Geofence-Funktion des AT101. Sie meldet, wenn ein Objekt eine festgelegte Zone verlässt, und diese Meldung kann noch über dein Gateway hinausgehen, bevor der Anhänger außer Reichweite ist.
Zwischen verschiedenen Netzen gibt es Austausch, etwa über den Packet Broker, mit dem The Things Network Daten mit anderen Netzen teilen kann. Eine flächendeckende Lösung für ganz Europa ist das aber nicht. Fährt dein Objekt regelmäßig durch mehrere Länder und brauchst du dort aktuelle Positionen, ist ein 4G-Tracker wie der TAT240 die verlässlichere Wahl.
LoRaWAN-GPS-Tracker kaufen: Worauf solltest du achten?
Beginne mit der Frage, wo sich dein Objekt tatsächlich aufhält. Liegen Hof, Lager oder Baustelle in Reichweite eines eigenen Gateways oder eines öffentlichen Netzes, ist LoRaWAN eine sehr sparsame Lösung ohne Datentarif pro Gerät. Prüfe die Abdeckung mit einem Test in der endgültigen Einbaulage, vor allem in der Nähe von Metall. Lege dann fest, wie aktuell eine Position sein muss, denn das Meldeintervall bestimmt Batterielaufzeit und Netzbelastung gleichermaßen. Achte auf die Ortungsmethoden: GNSS für draußen, WLAN-Scan als Hilfe in Gebäuden. Ein Zwischenspeicher mit Nachsenden schließt Lücken in der Historie, ersetzt aber keine Echtzeit-Warnung. Und rechne ehrlich: Ein GPS-Tracker ohne SIM-Karte spart den Mobilfunktarif, braucht aber ein Netz, eine Anwendung und gelegentlich neue Batterien. Fährt das Objekt quer durch Europa, ist ein 4G-Gerät die bessere Wahl. Wenn du einen passenden Tracker suchst, findest du unsere Modelle in der Kategorie Tracker.