Nach Feierabend fehlt ein Werkzeugkoffer im Servicewagen, und du willst wissen, wo er geblieben ist. Ob dir dabei ein Bluetooth-Beacon oder GPS-Tracker hilft, hängt an einer einfachen Frage: Reicht dir die Information, dass der Koffer zuletzt in der Nähe eines bestimmten Empfängers war, oder brauchst du seine Koordinaten, ganz egal, wo er sich gerade befindet? Ein Bluetooth-Beacon beantwortet die erste Frage, ein GPS-Tracker die zweite. Der Beacon bestimmt keine eigene Position, er meldet nur seine Kennung an Empfänger in Funkreichweite. Ein GPS-Tracker misst seine Position selbst über Satelliten und schickt sie per Mobilfunk an eine Plattform.
Das klingt nach einem technischen Detail, hat aber handfeste Folgen für Kosten, Batterielaufzeit und Infrastruktur. Ein Beacon kostet nur einen Bruchteil eines Trackers, läuft jahrelang mit einer Knopfzelle und braucht keine SIM-Karte. Dafür ist er blind, sobald kein Empfänger in der Nähe ist. Wie Bluetooth-Ortung tatsächlich funktioniert, wie weit sie reicht, wie lange die Batterie hält und wann die Kombination beider Techniken sinnvoll ist, lässt sich am Teltonika EYE Beacon gut zeigen.

Was ist ein Bluetooth-Beacon?
Ein Bluetooth-Beacon ist ein kleiner Funksender, der in festen Abständen ein kurzes Datenpaket aussendet. Er nutzt dafür Bluetooth Low Energy, kurz BLE, also die stromsparende Variante von Bluetooth im 2,4-GHz-Band. Ein solches Advertising-Paket ist höchstens 31 Byte groß. Darin steckt vor allem eine eindeutige Kennung, bei vielen Modellen zusätzlich der Batteriestand oder die kalibrierte Sendeleistung. Der Beacon baut keine Verbindung auf und weiß nicht, wer zuhört.
Damit unterschiedliche Empfänger diese Pakete verstehen, haben sich zwei Formate durchgesetzt: iBeacon und Eddystone. Bei iBeacon besteht die Kennung aus einer 16 Byte langen UUID sowie den Feldern Major und Minor, bei Eddystone aus einem Namespace und einer Instance-ID. Welches Format ein Beacon sendet, lässt sich bei konfigurierbaren Modellen per App einstellen. Entscheidend ist, dass dein Empfänger das gewählte Format auch auswerten kann.
Was ein Beacon nicht hat, ist genauso wichtig: keinen GNSS-Empfänger, kein Mobilfunkmodem und keine SIM-Karte. Er kann also weder seine eigene Position bestimmen noch selbst Daten ins Internet schicken. Ein typischer Asset-Beacon ist etwa so groß wie eine Streichholzschachtel, wiegt um die 20 Gramm und läuft mit einer Knopfzelle. Die Intelligenz des Systems sitzt nicht im Beacon, sondern im Empfänger und in der Software dahinter.
Wie funktioniert Ortung mit Bluetooth-Beacons?
Ortung mit Bluetooth-Beacons ist streng genommen eine Zuordnung. Ein Empfänger, etwa ein Gateway an der Wand oder ein Fahrzeugtracker mit Bluetooth, scannt laufend nach Advertising-Paketen. Erkennt er eine bekannte Kennung, schreibt er sie zusammen mit einem Zeitstempel und der gemessenen Signalstärke in einen Datensatz und schickt diesen an eine Plattform. Die Position des Beacons ergibt sich dann aus der Position des Empfängers: Hängt das Gateway im Lager, war der Koffer im Lager. Sitzt der Empfänger in einem Fahrzeug mit GPS, war der Koffer dort, wo das Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt stand.
Die Signalstärke wird als RSSI angegeben (Received Signal Strength Indicator) und in dBm gemessen. Teltonika nennt als grobe Orientierung für Innenräume: −50 dBm entsprechen etwa einem Meter, −70 dBm zwei bis fünf Metern und −80 dBm fünf bis zehn Metern. Der Hersteller betont aber selbst, dass diese Werte stark schwanken. Metallregale, Wände, Menschen, Reflexionen und die Ausrichtung des Beacons verändern den RSSI, und zwar oft um mehr als den Unterschied zwischen zwei und fünf Metern.
Deshalb eignet sich der RSSI vor allem für die Unterscheidung zwischen nah und fern, nicht für eine Entfernung auf den Meter genau. Ein häufiger Fehler ist, einen einzelnen Messwert als Abstand zu lesen und daraus Alarme abzuleiten. Besser funktionieren Regeln über mehrere Beobachtungen, etwa ein gleitender Mittelwert oder die Bedingung, dass ein Beacon dreimal hintereinander stärker als −70 dBm empfangen werden muss, bevor er als anwesend gilt.
Ebenso wichtig ist die Gegenrichtung. Meldet ein Empfänger einen Beacon nicht mehr, heißt das noch lange nicht, dass der Gegenstand weg ist. Pakete gehen durch Abschattung verloren, der Empfänger scannt vielleicht nur in Intervallen, oder er ist selbst ausgefallen. Fällt ein Gateway aus, scheinen plötzlich alle ihm zugeordneten Gegenstände gleichzeitig verschwunden. Eine sinnvolle Wartezeit seit der letzten Sichtung, die zum Sendeintervall passt, verhindert viele Fehlalarme.
Verteilst du mehrere feste Empfänger, lässt sich aus den RSSI-Werten aller Empfänger grob abschätzen, in welchem Bereich einer Halle sich ein Beacon aufhält. Für Zonen wie Wareneingang, Regalgang oder Werkstatt reicht das oft aus. Eine echte Innenraumortung mit Genauigkeiten unter einem Meter ist mit klassischen BLE-Beacons dagegen kaum zu erreichen und verlangt andere Verfahren und deutlich mehr Infrastruktur.
Bluetooth-Beacon vs. GPS-Tracker: Wann reicht Bluetooth?
Ein GPS-Tracker arbeitet nach dem umgekehrten Prinzip. Er empfängt Signale von Navigationssatelliten, oft neben GPS auch Galileo oder GLONASS, berechnet daraus seine eigene Position und überträgt sie über ein Mobilfunkmodem an eine Plattform. Unter freiem Himmel liegt die Genauigkeit typischerweise bei wenigen Metern. Dafür braucht der Tracker aber Sicht zum Himmel, eine SIM-Karte mit Datentarif und deutlich mehr Energie als ein Beacon. In Gebäuden, Tiefgaragen oder Metallcontainern bekommt er oft gar keine brauchbare Position.
Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Unterschiede nebeneinander:
| Kriterium | Bluetooth-Beacon | GPS-Tracker |
|---|---|---|
| Was gemeldet wird | Kennung und Signalstärke an einen Empfänger in der Nähe | Eigene Koordinaten per Mobilfunk |
| Woher die Position kommt | Vom Empfänger, der den Beacon gesehen hat | Aus der eigenen Satellitenmessung |
| In Gebäuden | Funktioniert, wenn Empfänger installiert sind | Oft nur eingeschränkt |
| Abdeckung | Einige Dutzend Meter um jeden Empfänger | Überall mit Satellitenempfang und Mobilfunk |
| Laufende Kosten | Keine SIM-Karte für den Beacon | Datentarif pro Gerät |
| Energie | Knopfzelle, mehrere Jahre | Akku mit regelmäßigem Laden oder Fahrzeugstrom |
Die Tabelle zeigt, dass beide Techniken nicht dasselbe Problem lösen. Bluetooth reicht immer dann, wenn deine Frage an einen bekannten Ort gebunden ist: Ist das Messgerät im Lager? Liegt der Bohrhammer im Transporter? Welche Mehrwegbehälter haben heute das Tor passiert? Weil ein Beacon wenig kostet und keine SIM braucht, lassen sich Dutzende oder Hunderte Gegenstände kennzeichnen, ohne dass für jeden ein Datentarif anfällt.
Bluetooth reicht nicht, wenn sich der Gegenstand frei und unvorhersehbar bewegt und du seine Position auch dann brauchst, wenn keiner deiner Empfänger in der Nähe ist. Ein gestohlener Anhänger, ein Container auf dem Lkw eines fremden Spediteurs oder eine Baumaschine, die zwischen Baustellen verliehen wird, bleiben mit einem Beacon unsichtbar, bis sie wieder bei einem deiner Empfänger auftauchen. Hier brauchst du einen eigenständigen GPS-Tracker und nimmst dafür höhere Kosten pro Gerät sowie regelmäßiges Laden oder einen festen Stromanschluss in Kauf.
Wie weit reicht ein Bluetooth-Beacon?
Die Reichweite eines Bluetooth-Beacons hängt von drei Dingen ab: der Sendeleistung des Beacons, der Empfindlichkeit und Antenne des Empfängers und allem, was dazwischen liegt. Für den Teltonika EYE Beacon gibt der Hersteller 80 Meter an. In eigenen Tests mit Fahrzeugtrackern hat Teltonika im freien Feld 80 bis 100 Meter erreicht. Das sind Bestwerte bei freier Sicht und mit einem Empfänger, dessen Antenne gut ist.
In der Praxis liegt die nutzbare Reichweite meist deutlich darunter. BLE arbeitet bei 2,4 GHz, und auf dieser Frequenz wird das Signal von Wasser und damit auch von menschlichen Körpern stark gedämpft. Metall schirmt ab oder reflektiert. Ein Beacon in einem geschlossenen Stahlwerkzeugkasten, hinter dem Blech einer Fahrzeugkabine oder unter einer Palette mit Getränken ist oft schon nach wenigen Metern kaum noch zu empfangen.
Die Sendeleistung lässt sich bei vielen Beacons einstellen. Beim EYE Beacon reicht sie von −14 dBm bis +8 dBm, ab Werk sind +2 dBm eingestellt. Mehr Leistung bringt mehr Reichweite, aber auch mehr Stromverbrauch. Manchmal ist eine kleinere Reichweite sogar erwünscht: Soll ein Empfänger im Transporter nur das Werkzeug im eigenen Laderaum erkennen und nicht das im Nachbarfahrzeug auf dem Hof, ist eine niedrige Sendeleistung die bessere Wahl.
Auch die Montage spielt eine Rolle. Ein Beacon außen auf einem Kunststoffkoffer sendet freier als einer, der im Inneren eines Metallgehäuses steckt oder zwischen Metallteilen verbaut ist. Teste die Reichweite deshalb immer vor Ort, mit der echten Beladung und an den Stellen, an denen die Gegenstände tatsächlich liegen.

Wie lange hält die Batterie eines Bluetooth-Beacons?
Die Batterielaufzeit ist einer der größten Vorteile eines Bluetooth-Beacons gegenüber einem GPS-Tracker, und sie hängt fast vollständig von zwei Einstellungen ab: Sendeintervall und Sendeleistung. Je häufiger und je stärker der Beacon sendet, desto schneller ist die Knopfzelle leer. Der EYE Beacon nutzt eine CR2450-Lithiumzelle mit rund 600 mAh. Teltonika nennt bei +2 dBm folgende Laufzeiten: etwa zwei Jahre bei einem Paket pro Sekunde, rund acht Jahre beim Standardintervall von fünf Sekunden und bis zu zehn Jahre bei einem Paket alle zehn Sekunden.
Ein kürzeres Intervall bedeutet nicht automatisch eine bessere Erkennung. Entscheidend ist, wie schnell du eine Veränderung bemerken musst. Soll ein Werkzeug nur am Abend als „im Fahrzeug“ oder „nicht im Fahrzeug“ erfasst werden, reicht ein Intervall von zehn Sekunden locker. Fährt dagegen ein Gabelstapler mit einem Behälter in wenigen Sekunden an einem Empfänger am Tor vorbei, kann ein langes Intervall diese kurze Begegnung verpassen. Auch der Empfänger spielt mit: Scannt er nur periodisch, verlängert sich die Erkennungszeit zusätzlich.
Zwei Punkte werden oft übersehen. Erstens lässt sich die Batterie beim EYE Beacon nicht wechseln. Ist sie leer, wird der Beacon ersetzt. Bei größeren Stückzahlen solltest du diesen Austausch von Anfang an einplanen. Zweitens gelten die Herstellerangaben nur für die genannten Einstellungen und normale Temperaturen. In der Kälte sinkt die Spannung einer Knopfzelle, und der Betriebsbereich des EYE Beacon endet bei −20 °C. Setzt du Beacons in Kühlräumen oder im Winter im Freien ein, rechne mit kürzeren Laufzeiten.
Zum Vergleich: Ein batteriebetriebener GPS-Tracker, der mehrmals täglich meldet, hält typischerweise Wochen bis Monate, während ein fest eingebauter Fahrzeugtracker einfach am Bordnetz hängt.
Was kann der Teltonika EYE Beacon?
Der Teltonika EYE Beacon mit der Modellbezeichnung BTSID1 ist ein reiner Identifikations-Beacon für Gegenstände wie Werkzeuge, Behälter, Anhänger oder Geräte. Er sendet per BLE seine Kennung im Eddystone- oder iBeacon-Format, dazu seinen Batteriestand. Temperatur oder Bewegung misst er nicht. Dafür ist er kompakt: 56,6 × 38 × 13 Millimeter bei rund 19 Gramm. Das Gehäuse ist nach IP67 gegen Staub und zeitweiliges Untertauchen geschützt, was ihn für Baustellen, Werkstätten und Fahrzeuge geeignet macht.
Zur Montage hat das Gehäuse zwei Laschen mit Löchern. Du kannst den Beacon anschrauben, mit einem Kabelbinder oder einer Schnur befestigen oder aufkleben. Auf dem Gehäuse sind Modell, Seriennummer, MAC-Adresse und ein QR-Code aufgedruckt, was die Zuordnung zum Gegenstand bei der Inventarisierung erleichtert. Die Kennungen werden ab Werk eindeutig vergeben, du musst also keine UUIDs selbst verwalten.
Konfiguriert wird der EYE Beacon mit der EYE App von Teltonika auf dem Smartphone. Dort stellst du Sendeleistung, Sendeintervall und Protokoll ein und kannst die Firmware aktualisieren. Das geht nur aus kurzer Entfernung per Bluetooth, eine Fernkonfiguration über das Internet ist nicht vorgesehen. Eine Einschränkung betrifft iPhones: Beacons, die auf iBeacon eingestellt sind, zeigt die EYE App unter iOS nicht an. Ab Werk sendet der Beacon im Eddystone-Format.
Für sich allein liefert der EYE Beacon keine Ortung. Er braucht einen Empfänger, der BLE-Beacons auswertet, und eine Plattform, die die Daten anzeigt. Teltonika-Tracker mit Bluetooth erkennen EYE Beacons direkt. Andere Geräte, die iBeacon oder Eddystone verstehen, sollten ihn ebenfalls erkennen, das solltest du für dein konkretes Gerät aber beim jeweiligen Hersteller prüfen.
GPS-Tracker und Bluetooth-Beacon kombinieren: Wie funktioniert das?
In vielen Betrieben lautet die beste Antwort auf die Frage nach Beacon oder Tracker: beides. Ein GPS-Tracker im Fahrzeug bestimmt dessen Position und hat eine Mobilfunkverbindung. Hat er zusätzlich Bluetooth, kann er gleichzeitig als Empfänger für Beacons arbeiten. Jeder Datensatz, den er an die Plattform schickt, enthält dann neben den eigenen Koordinaten auch die Kennungen und RSSI-Werte der Beacons, die er gerade gesehen hat. Der Werkzeugkoffer mit Beacon bekommt damit indirekt eine Position, nämlich die des Fahrzeugs, in dem er zuletzt erkannt wurde.
Bei Teltonika-Trackern landen die Beacon-Daten in einem eigenen Datenfeld des normalen Positionsdatensatzes. Mit aktueller Basis-Firmware kann ein Tracker bis zu 100 Beacons gleichzeitig verarbeiten. Sind mehr in Reichweite, werden die mit dem stärksten RSSI übernommen. Statt jede MAC-Adresse einzeln einzutragen, lässt sich nach einem Namensmuster filtern, damit nur deine eigenen Beacons erfasst werden und nicht jedes fremde Bluetooth-Gerät auf dem Parkplatz.
Typische Anwendungen sind die Werkzeugkontrolle im Servicewagen, bei der du siehst, ob alles an Bord ist, bevor das Fahrzeug den Hof verlässt, oder die Zuordnung von Anhängern und Wechselbehältern zum Fahrzeug, das sie gerade bewegt. In beiden Fällen trägt nur ein Gerät die Kosten für SIM-Karte und GPS-Modul, während die Beacons günstig und wartungsarm bleiben.
Beachte bei der Planung: Die Position des Beacons ist so alt wie seine letzte Sichtung und nur so genau wie die Position des Empfängers. Liegt der Koffer auf dem Hof neben dem Fahrzeug statt im Laderaum, meldet der Tracker ihn trotzdem als in der Nähe. Prüfe außerdem vorab, ob dein Tracker, seine Firmware und deine Plattform Beacon-Daten tatsächlich auswerten. Bluetooth-Hardware im Tracker allein garantiert das nicht.
Bluetooth-Beacon kaufen: Worauf solltest du achten?
Bevor du einen Beacon kaufst, kläre, welche Frage er beantworten soll. Geht es um Anwesenheit an bekannten Orten wie Lager, Werkstatt oder Fahrzeug, reicht ein Beacon mit passenden Empfängern. Muss der Gegenstand auch fernab deiner eigenen Infrastruktur auffindbar sein, brauchst du einen GPS-Tracker. Prüfe dann, ob dein Empfänger das Protokoll des Beacons versteht, also iBeacon oder Eddystone, und ob deine Plattform Kennungen und RSSI-Werte auswertet. Achte auf die Schutzart, wenn der Beacon draußen oder auf Baustellen zum Einsatz kommt, und auf die Befestigungsmöglichkeiten am Gegenstand. Lege Sendeintervall und Sendeleistung nach deiner Anwendung fest und rechne die Batterielaufzeit mit diesen Werten statt mit dem Maximalwert.
Ob Bluetooth-Beacon oder GPS-Tracker die richtige Wahl ist, entscheidet am Ende, ob dir Nähe zu einem Empfänger reicht oder du eine eigene Position brauchst. Wenn ein Beacon passt, findest du den Teltonika EYE Beacon und weitere Geräte mit BLE in unserer Kategorie Bluetooth.